Alkohol - Medikamente - Nikotin - Wirkung - Gesundheitliche beinträchtigungen - gesellschaftliche Auswirkungen

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Alkohol - Medikamente - Nikotin

Die wohl neben Schnüffelstoffe am leichtesten zu erhaltenen Suchmittel sind wohl Alkohol und Tabakwaren ( Nikotin) .Medikamente sind zwar etwas schwerer zu erhalten , aber ist es immer noch deutlich einfacher zu bekommen als so manche andere Droge .Obwohl es sich hierbei auch um suchtmittel ( Drogen) handelt werden diese Aufgrund der Legalität in der Bevölkerung gebilligt.

Alkohol
Alkohol ist in unserer Gesellschaft nicht nur eine legale Droge, er besitzt auch eine positive gesellschaftliche Akzeptanz. Für Alkohol wird immense Werbung betrieben statt vor der möglichen Sucht zu warnen. Bei regelmäßigem Alkoholmißbrauch kann es neben einer starken Abhängigkeit, die die unmittelbare Umgebung (Familie) fast immer in Mitleidenschaft zieht, kommen. Körperliche Langzeitschäden sind Schädigungen von Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse sowie die Zerstörung von Gehirnzellen. Hinzu kommen Gefahren durch Handlungen während eines Alkoholrausches (Gewalt, Autounfälle).

Was ist Alkohol?
Alkohol ist eine farblose, brennend schmeckende, leicht entzündliche Flüssigkeit mit einem Siedepunkt von 78,3 Grad Celsius. Alkohol wird gewöhnlich durch die Gärung von Zuckerarten gewonnen, die durch Hefe in Alkohol und Kohlendioxid gespalten werden.

Alkohol enthält viele Kalorien

Alkohol enthält nach Fett die meisten Kalorien. Jedes Gramm Alkohol liefert 7 kcal.

Ein Liter Bier enthält ca. 470 kcal und eine Flasche Sekt (0,75 Liter) ca. 600 kcal. Zum Vergleich: Eine Tafel Schokolade liefert ca. 530 kcal.

Das Problem bei alkoholischen Getränken ist, dass man sie leicht in großen Mengen zu sich nimmt. Bei einem Liter Bier am Tag gehört man noch nicht einmal zu den „richtigen“ Biertrinkern. Und auch beim Wein oder Sekt bleibt es selten bei einem Glas.

Alkohol verlangsamt den Fettstoffwechsel des Körpers. Da Alkohol für den Körper in größeren Mengen ein Gift ist, wird der Alkohol mit Priorität abgebaut. Während dieser Zeit wird weniger Fett vom Körper verbraucht und mehr Fett im Fettgewebe eingelagert. Alkohol verdrängt also Fette und Kohlenhydrate aus der Energiebedarfsdeckung.

Statistik:
Jeder Deutsche trank im Jahr 2000 im Durchschnitt:


Menge
davon Alkohol
Bier
125,5 Lit.
6,0 Liter
Wein
19,5 Liter
2,1 Liter
Sekt
4,1 Liter
0,5 Liter
Spirituosen
5,8 Liter
1,9 Liter
Die jährliche Kalorienaufnahme durch obige alkoholische Getränke beträgt ca. 86.000 kcal oder 235 kcal je Tag. Das heißt, dass Alkohol durchschnittlich ca. 8 bis 12% der insgesamt aufgenommenen Nahrungsenergie bereitstellt. Der Energieverlust bei der Speicherung von Alkohol als Körperfett beträgt nur ca. 15%.

86.000 kcal entsprechen 12 Kilogramm Körperfett.


Aufnahme von Alkohol

Etwa 2 % von dem konsumierten Alkohol wird direkt beim Trinken von der Mundschleimhaut aufgenommen. Weitere 20 % von dem getrunkenen Alkohol gelangen über die Magenschleimhaut in das Blut. Der restliche Alkohol wird erst im Dünndarm vom Körper aufgenommen. Aus diesem Grund dauert es in der Regel eine Weile, bis man die Wirkung des Alkohols spürt.

Der Aufnahme des getrunkenen Alkohols ist spätestens 2 Stunden nach Trinkende abgeschlossen (Resorptionsphase). Bei einer geringen Trinkmenge ist der Alkohol nach 30 - 90 Minuten komplett aufgenommen. Die Geschwindigkeit der Alkohol-Aufnahme hängt vom Füllstand des Magens sowie von der Art der Nahrung ab. Bei leerem Magen wird der Alkohol vom Körper erheblich schneller aufgenommen als nach einer ausgiebigen Mahlzeit. Fetthaltige Nahrung kann die Resorption zusätzlich verzögern.


Abbau von Alkohol im Körper

Alkohol stellt für den Körper ein Gift dar, das mit Priorität aus dem Körper entfernt wird. Der vom Körper aufgenommene Alkohol wird auf verschiedene Weise entsorgt:

Bis zu 5 % wird unverändert abgeatmet. Das ist die bekannte "Fahne".

Ca. 2 % von dem getrunkenen Alkohol wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden.

1 - 2 % Alkohol wird über die Haut ausgeschwitzt.

Die restlichen über 90 % des vom Körper aufgenommenen Alkohols werden in der Leber durch Oxidation abgebaut und dann über Lunge bzw. Niere ausgeschieden. Dieser Abbau von Alkohol ist unabhängig von der Gesamtmenge. Die Abbaugeschwindigkeit von Alkohol beträgt durchschnittlich 0,15 ‰ und mindestens 0,1 ‰ pro Stunde.

Wie lange braucht der Körper um 1‰ Alkohol abzubauen?

Bis zu 2 Stunden benötigt der Körper um den getrunkenen Alkohol komplett aufzunehmen. Bei einem mittleren Abbauwert von 0,15 ‰ pro Stunde benötigt der Körper dann ungefähr 6 bis 7 Stunden um den gesamten Alkohol abzubauen.

Wer bis spät in die Nacht feiert und dabei viel Alkohol trinkt, für den besteht die Gefahr, dass er selbst am nächsten Morgen noch immer nicht fahrtauglich ist. Zu beachten ist dabei auch, dass die Alkohol-Abbaurate zwischen 0.00 Uhr und 06.00 Uhr - bedingt durch den dann langsameren Stoffwechsel - auf etwa 0,09‰ je Stunde sinkt.

Weniger Alkohol trinken, wie geht das?

Trinken Sie immer abwechselnd ein Glas Alkohol und ein Glas Mineralwasser.
Lassen Sie sich von der Gruppe nicht zum Trinken zwingen. Der Hinweis „Ich muss noch Auto fahren“ ist dabei hilfreich.
Werden Runden bestellt, setzen Sie aus oder bestellen Sie Kaffee oder alkoholfreie Getränke.
Alkoholfreies Bier schmeckt auch und hat erheblich weniger Kalorien
Trinken Sie alkoholische Getränke nicht als Durstlöscher.
Wie viel Bier oder Wein trinken Sie abends vor dem Fernseher?

Wirkung von Alkohol

< 0,2 ‰ Alkohol im Blut
enthemmende Wirkung mit Steigerung der Redseligkeit

ab 0,3 ‰ Alkohol im Blut
erste Beeinträchtigungen wie Einschränkung des Sehfeldes und Probleme bei der Entfernungseinschätzung, die Aufmerksamkeit nimmt ab

ab 0,5 ‰ Alkohol im Blut
deutliches Nachlassen der Reaktionsfähigkeit, insbesondere auf rote Signale, deutliche Erhöhung der Risikobereitschaft

ab 0,8 ‰ Alkohol im Blut
erste Gleichgewichtsstörungen, das Gesichtsfeld ist eingeengt (Tunnelblick), deutliche Enthemmung

bei 1,0 bis 1,5 ‰ Alkohol im Blut
Sprachstörungen, Risikobereitschaft und Aggressivität steigen

bei 2,0 bis 2,5 ‰ Alkohol im Blut
starke Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, lallende Aussprache

ab 2,5 ‰ Alkohol im Blut
Bewusstseinseintrübung, Lähmungserscheinungen, Doppeltsehen und Ausschaltung des Erinnerungsvermögens

ab 3,5 ‰ Alkohol im Blut
lebensbedrohliche Zustände; es besteht die Gefahr einer Lähmung des Atmungszentrums, die zu Koma oder Tod führen kann

ab ca. 5 ‰ Alkohol im Blut
in den meisten Fällen Tod


Alkoholgrenzwerte in Deutschland

In Deutschland gibt es für Kraftfahrer drei verschiedene Grenzwerte.

ab 0,3 ‰ Alkohol im Blut
Eine Verurteilung wegen Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB) oder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c Abs. 1 StGB) ist möglich, wenn die (relative) Fahruntüchtigkeit die Ursache für einen Unfall oder eine gefährliche Verkehrssituation war.

ab 0,5 ‰ Alkohol im Blut
oder ab 0,25 mg/l Alkohol in der Atemluft wird ein Kraftfahrer wegen einer Ordnungswidrigkeit nach § 24a Abs. 1 StVG verfolgt, selbst wenn es zu keinerlei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen gekommen ist. Die "0,8 ‰-Grenze" gibt es seit dem 1.4.2001 nicht mehr.

ab 1,1 ‰ Alkohol im Blut
beginnt der Bereich der absoluten Fahruntauglichkeit. Ein Kraftfahrer macht sich ab diesem Alkohol-Spiegel wegen Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB) oder - wenn ein Unfall passiert oder beinahe passiert wäre - wegen Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c Abs. 1 StGB) strafbar.


Wieviel ist ein ‰ Alkohol?

Promille (Zeichen: ‰) bedeutet "pro Tausend" Eine Konzentration von 1 ‰ bedeutet also, dass der Stoff nur mit einem Anteil von einem Tausendstel in der Gesamtmenge vorkommt. Oder anders:
1 ‰ = 1 Gramm Alkohol in 1 kg Blut


Alkohol und Gesundheit

Alkohol kann suchtauslösend wirken. Ca. 4,5 Millionen deutsche sind Alkohol-abhängig oder betreiben Alkohol-Missbrauch. Das sind ca. 5 % der Bevölkerung. Ca. 21 % der Alkoholabhängigen sind Frauen. 45.000 Menschen sterben jährlich an den direkten oder indirekten Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum.

Bei regelmäßigem Dauerkonsum schädigt Alkohol:

den Vitamin- und Kaliumhaushalt im Körper. Alkohol führt dadurch zu Vitaminmangel, besonders der Vitamine des B-Komplexes.
die Verdauungs- und Stoffwechselorgane, vor allem die Leber, die Bauchspeicheldrüse und den Magen
das Herz und die Gefäße
die Schleimhäute, auf die der Alkohol stark reizend und entzündungsfördernd wirkt
die Libido und Potenz
die peripheren Nerven und die Gehirnzellen.
Darüber hinaus erhöht Alkohol das Risiko, an Krebs im Mund- und Rachenbereich, am Kehlkopf, an der Speiseröhre und der Bauchspeicheldrüse zu erkranken.

Da Alkohol sehr viele Kalorien enthält führt regelmäßiger Alkohol-Konsum häufig zu Übergewicht. 10 bis 20 Prozent der von einem Erwachsenen aufgenommenen Kalorien stammen im Durchschnitt vom Alkohol.

Alkohol und Schwangerschaft

Alkohol erreicht durch den Mutterkuchen direkt den Fötus. Alkohol führt zu Untergewicht, Wachstumsstörungen, Missbildungen und körperlichen und geistigen Entwicklungsverzögerungen. In Deutschland kommt eines von 300 Neugeborenen wegen Alkoholmissbrauchs der Mutter schwer behindert zur Welt. Schwangere Frauen sollten deshalb komplett auf Alkohol verzichten.

Kulturgeschichte des Alkohols

Ethanol entsteht auf natürlichem Wege bei der Vergärung zuckerhaltiger Früchte. Auf diese Weise wurden wohl unabhängig voneinander, schon in einem frühen Stadium der Geschichte, Menschen auf diese Substanz aufmerksam.Laut Josef H. Reichholf (2008) geht der Ackerbau - und damit die Sesshaftwerdung - sogar in erster Linie aufs Bierbrauen zurück, da Met, ein „Honigwein“, nie ausreichend zur Verfügung stehen konnte. So finden sich in ägyptischen Schriftrollen der III. Dynastie sowie auf alt-mesopotamischen KeilschrifttafelnHinweise auf die Herstellung alkoholischer Getränke. Auch in der Bibel wird der Alkohol erwähnt, siehe zum Beispiel 1. Buch Mose (Gen. 9,18–29).
Biere, später auch Weine wurden mit Hilfe von Wildhefen erzeugt. Meist hatten solche Alltagsgetränke einen deutlich geringeren Alkoholgehalt als heute, da die Wildhefen ab einer bestimmten Alkoholkonzentration die Umwandlung von Zucker in Alkohol einstellen, weil sie sich ansonsten selbst vergiften würden. Durch jahrhundertelange Züchtung tolerieren heutige Hefestämme höhere Alkoholgehalte.
Auch in diesen alten Zeiten wurde Alkohol bereits aufgrund seiner berauschenden Wirkung getrunken. So heißt es in einem ägyptischen Text über das Verhalten junger Männer:
Du verlässt die Bücher und gehst von Schenke zu Schenke; der Biergenuss allabendlich, der Biergeruch verscheucht die Menschen von dir.
In der Antike wurde der Wein schließlich ein wesentlicher Bestandteil römischer und griechischer Kultur. Beide Kulturen bedachten ihn mit einer eigenen Gottheit: Bacchus bzw Dionysos. Ebenso sahen die Germanen den Met, der ebenfalls zu den frühesten alkoholischen Getränken gehört, als Geschenk der Götter an.
Vermutlich wurde im Gebiet der heutigen Türkei um etwa 1000 n. Chr. die Destillation von Wein zur Herstellung hochprozentiger Branntweine entwickelt. So war es möglich, den Spiritus vini (Geist des Weines) aus Wein herzustellen. In Ostasien wurden schon früh Weine aus Litschi und Pflaumen hergestellt sowie der Sake, ein warm genossener Reiswein, dessen Herstellungprozess dem des Bieres ähnelt.
Während des Dreißigjährigen Krieges stieg in Mitteleuropa der Bedarf an berauschenden Getränken (Verarmung, Zerrüttung), während das Angebot stagnierte (Ernteausfälle, Rückgang des Weinbaus, Unsicherheit des Transportes). Mit Branntwein konnte dem am leichtesten begegnet werden. Der Handel, z.T. auch die Produktion der Spirituosen lagen damals oft in den Händen von Juden.
Mitte des 18. Jahrhunderts vergrößerte sich mit der Neuen Welt die landwirtschaftlich nutzbare Fläche des Königreichs England um ein Vielfaches. Dies führte in der Folge zu sinkenden Getreidepreisen und einer damit verbundenen Verarmung der Unterschicht. Die Überproduktion an Getreide wurde zum Teil zur Herstellung von Gin genutzt, der in den Armenvierteln des Mutterlandes dankbare Abnehmer fand. Zeitweise kostete eine Kalorie Gin weniger als eine Kalorie Brot. In der Folge entwickelte sich die Gin-Krise, welche die damalige Regierung erst durch eine Reihe von Gesetzen (hohe Steuern auf Gin, Erschwerung des Handels, Ausgabe von Lizenzen für Händler, etc.) beenden konnte. Erst aus dieser Zeit finden sich die ersten Schriften, die sich mit Alkoholabhängigkeit und deren Folgeerkrankungen beschäftigen. Ebenso wurde vor diesem Hintergrund Alkohol zum ersten Mal als Ursache für gesellschaftliche Probleme und Fehlentwicklungen verstanden
Während sich der Alkoholkonsum Mitte des 19. Jahrhunderts wieder verringerte, begann mit der Industrialisierung wiederum eine Zeit, in der sehr billiger Alkohol auf breite verarmte Bevölkerungsschichten traf. Die industrielle Produktion und die, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende, massive Vermarktung der alkoholischen Getränke führten zu einem großen Überangebot in der 1. und 2. Welt. So wurden die Frauen und seit kurzem die Jugendlichen zu Zielgruppen der Nachfrage- und Absatzförderung. Inzwischen zählt man die alkoholbedingten Schäden zu den Zivilisationskrankheiten.

Unmittelbare physiologische Wirkung
Alkohol bewirkt situativ eine Betäubung, eine Stimulation oder auch einen Stimmungswandel.
Er führt auch zu einer Erweiterung insbesondere der peripheren Blutgefäße. Daraus ergibt sich ein Wärmegefühl beim Konsum alkoholhaltiger Getränke. Dabei wird die natürliche Regulierung des Wärmehaushalts bei niedrigen Temperaturen außer Kraft gesetzt. Zugleich wirkt Alkohol betäubend, so dass bedrohliche Kälte nicht mehr wahrgenommen wird. Daher können Erfrierungen bis hin zum Kältetod die Folge winterlichen Alkoholkonsums sein.
Problematisch ist auch die Kombination von Alkohol mit Medikamenten und anderen Drogen. Hier gibt es vielfältige Wechselwirkungen, die zu einer vorzeitigen und intensiveren Beeinträchtigung als bei reinem Alkoholkonsum führen können. Das beim Alkoholabbau gebildete Cytochrom P450 2E1 kann die Wirksamkeit von Medikamenten durch deren Abbau beeinträchtigen. Viele der „Drogentoten“ (insbesondere der angeblichen Heroinopfer) starben an einem Mischkonsum mit Alkohol.


Giftigkeit
Für den Menschen ist Ethanol giftig. Die Aufnahme führt - ab etwa 0,5–1 Promille Alkoholkonzentration im Blut - zu typischen akuten Trunkenheitssymptomen wie Schwindel, Übelkeit, Orientierungsstörung, Redseligkeit und gesteigerter Aggressivität. Die Letale Dosis (LD) liegt etwa bei 3,0 bis 4,0 Promille für ungeübte Trinker. Es wurden jedoch schon Werte über 7 Promille gemessen. Die LD50 beträgt für die Ratte 7.060 mg/kg bei oraler Applikation. Bei einer akuten Ethanolvergiftung kann der noch im Magen befindliche Alkohol durch Herbeiführen von Erbrechen oder durch Auspumpen des Mageninhalts teilweise entfernt werden.
Bei regelmäßiger Einnahme, die zu einer Abhängigkeit (Alkoholkrankheit) führen kann, werden alle Zellen des Körpers geschädigt. Insbesondere leiden das Nervensystem und Gehirn sowie die Leber. Der Vitamin B1-Stoffwechsel wird durch langanhaltenden Alkoholkonsum geschädigt, diese Schädigung kann eine Polyneuritis auslösen. Epilepsie, Psychosen, soziale Vereinsamung und der verfrühte Tod können die Folge sein. Die Wernicke-Enzephalopathie findet sich bei etwa 15 % der verstorbenen Alkoholiker, und bildet zusammen mit dem Korsakow-Syndrom das Wernicke-Korsakow-Syndrom. Bekannt ist auch die Schädigung des Zentralnervensystems beim Delirium tremens. Diese Nervenerscheinung tritt beim Alkoholentzug des Körpers auf. In Deutschland sterben über 73.000 Menschen jährlich vorzeitig aufgrund ihres Alkoholmissbrauchs.


Wirkungen auf Nervensystem und Gehirn
Die akuten Wirkungen des Ethanols beruhen auf einer Schädigung von allen Körper- und vorwiegend Nervenzellen sowie auf einen Einfluss auf den Hirnstoffwechsel. Die Beeinflussung beruht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Einlagerung von Ethanol in Membranproteine, wodurch deren Funktion gestört wird. Besonders empfindlich für Ethanol sind verschiedene Ionenkanäle.[20] Es stimuliert dabei die GABA-Rezeptoren in Gehirn und Nervensystem und hemmt die NMDA-Rezeptoren. Dies führt generell zu einer Hemmung der Reizübertragung im ZNS, aber gleichzeitig zu Sensitivitätssteigerung[34] und nachfolgend dosisabhängig zur Enthemmung, Beeinflussung des Gleichgewichtssinns und Sehvermögens (verengtes Blickfeld, Tunnelblick), der Muskelkontrolle und bis zu aggressivem Verhalten. Größere Mengen wirken akut betäubend und können zu Erinnerungslücken führen.Weiterhin kann Ethanol den programmierten Zelltod von Gehirnzellen über eine komplexe Wirkungskette triggern. Dies beginnt bei der Wirkung auf GABA- und NMDA-Rezeptoren, welche über eine Auflösung der Mitochondrien-Membran die Freisetzung von Cytochrom c und die Aktivierung verschiedener Caspasen verursachen kann.Diese Peptidasen bewirken dann unter Anderem die Zerstörung des Zellkerns bzw. der DNA und damit den Tod der Zelle.
In einer Studie mit etwa 2.800 Personen, die jeweils mindestens 55 Jahre alt waren, wurden zunächst zwischen 1987 und 1989 die Daten der Personen erfasst. Von 1993 bis 1995 wurden dann bei noch rund 1.900 der Versuchspersonen über eine Kernspintomographie die Schädigungen des Gehirns ermittelt. Bei der Datenaufnahme waren die Probanden je nach Alkoholkonsum in fünf verschiedene Gruppen eingeteilt worden. Dabei zeigte sich, dass auch bei geringer Alkoholaufnahme das Hirngewebe in geringem Maße schrumpfte. Dagegen war kein Zusammenhang zwischen der Menge des konsumierten Alkohols und der Anzahl von Hirn- oder Herzinfarkten nachweisbar. Das Herzinfarktrisiko sank sogar bei mäßigem Alkoholgenuss.
Starker Alkoholkonsum führt zu einem als Trunkenheit bezeichneten Zustand. Dieser ist einerseits durch körperliche Veränderungen wie etwa psychisch durch erhöhte Emotionalität, andererseits durch eine veränderte Bewusstseinswahrnehmung und verringerte geistige Leistungsfähigkeit gekennzeichnet. Dabei zeigen neue Studien, dass es dabei zu einer Verringerung der Aktivität der Gehirnregion kommt, die für das Erkennen von Gefahren benötigt wird. Meistens führt erheblicher Alkoholkonsum zu Übelkeit und Erbrechen. Dabei wird allerdings nur der Teil des Alkohols ausgeschieden, der noch nicht in die Blutbahn gelangt ist.
In noch größeren Mengen setzt eine akute Alkoholvergiftung ein, die bis zum Koma oder dem direkten Tod führen kann. Besonders gefährlich ist der schnelle Konsum von hochprozentigen Spirituosen, da die Übelkeitsschwelle langsamer eintritt als ein lebensbedrohlicher Anstieg des Blutalkoholspiegels. Beim schnellen Trinken einer ganzen Flasche Schnaps, diese enthält 150–200 ml Ethanol, kann durch Lähmung des Hirnstammzentrums ein tödlicher Kollaps eintreten. Ferner kann eine zusätzliche Vergiftung drohen, wenn das Genussmittel mit größeren Mengen an Nebenprodukten verunreinigt ist wie Fuselalkoholen oder Methanol, die bei der Spirituosen zugrundeliegenden Destillation angereichert werden können.


Abhängigkeit
siehe Hauptartikel Alkoholabhängigkeit
Verschiedene physiologische Auswirkungen des Ethanols - wie stimmungsaufhellende, stimulierende und angstlösende Effekte - können eine Abhängigkeit oder Alkoholsucht erzeugen. Diese Effekte beruhen vorwiegend auf der erhöhten Produktion von Dopamin und Endorphinen. Aber auch die starken Entzugssymptome begünstigen eine einmal vorhandene Abhängigkeit.[34]
Andere Auswirkungen und Schäden
Chronische Aufnahme von Ethanol schädigt neben Nervenbahnen und Leber vorwiegend Pankreas, Herz und Gehirn, da diese Ethanol nicht zu Acetaldehyd oxidieren können. Es entstehen Fettsäureethylester, welche die Gewebe schädigen.
Alkohol hat auch Auswirkungen auf Sexualität und Fruchtbarkeit. Ethanol erzeugt eine Erhöhung des Östrogenspiegels im Blut der Frau, was in Mengen ab 0,5-1 ‰ zu Fertilitätsstörungen führen kann. Beim Mann bewirkt dieselbe Menge Ethanol (zwei Gläser Wein oder eine Flasche Bier) eine Verringerung der Menge an Sperma und gleichzeitig des Prozentsatzes von normalen Spermien um bis zu 34 %. Dies wird durch die von Ethanol erzeugte Reduktion der Testosteronproduktion beim Mann begründet. Aufnahme größerer Mengen kann bis zur Hoden-Atrophie führen.Alkoholkonsum führt zwar zu einer Enthemmung, speziell bei Männern auch zu einer Steigerung der Libido. Parallel dazu verringert sich allerdings ab etwa 0,4 ‰ die Erektionsfähigkeit bis hin zur völligen erektilen Dysfunktion.

Alkoholsucht
Volksdroge Alkohol: obwohl Alkohol als harte Droge klassifiziert ist, wird die Droge dennoch oft verharmlost und ihre negativen Aspekte werden heruntergespielt
Bei der Alkoholkrankheit handelt es sich um eine chronische Suchtkrankheit, die seit 1968 als solche gilt. Sie zählt zu den psychischen Verhaltensstörungen und entsteht durch Gewöhnung. Der Betroffene kann seinen Alltag ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr ohne Alkohol meistern. Meist entwickelt sich die Abhängigkeit schleichend und unbemerkt.

Symptome

Die Alkoholkrankheit kann bereits durch den regelmäßigen Konsum kleinerer Mengen beginnen. Oft fallen Betroffene jedoch durch häufige Rauschzustände auf. Ist ein Betroffener trotz eines starken Konsums noch voll leistungsfähig, so spricht man von einem funktionierenden Alkoholiker.
Wenn man oft denkt, dass man es ohne Alkohol einfach nicht mehr schaffen kann und deshalb immer wieder zur Flasche greift, wird es sehr kritisch. Wer direkt nach dem Aufstehen schon an Alkohol denkt, beziehungsweise zum Alkohol greift, erfüllt bereits die Kriterien für eine Alkoholabhängigkeit.

Die „diagnostischen Leitlinien für das Abhängigkeitssymptom“ sind folgende:

Es besteht ein starker Wunsch Alkohol zu konsumieren
Es besteht eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, des Beendens und der Menge des Konsums
Es kommt zu körperlichen Entzugserscheinungen
Es kann eine Toleranz nachgewiesen werden, was immer höhere Dosen zum Erreichen der gewünschten Wirkung erfordert
Andere Interessen werden zugunsten des Konsums verstärkt vernachlässigt
Der Alkoholkonsum wird trotz eindeutig nachweisbarer Schädigungen von Körper und Psyche fortgesetzt

Der Alkoholentzug ist keine leichte Sache
Wer der weitläufigen Meinung ist, dass der Alkoholentzug eine leichte Sache ist, der irrt sich. Denn der Alkohol Entzug beginnt im Gehirn. Da jedes Gehirn anders gestrickt ist, ist gerade das in manchen Fällen extrem schwer.


Alkoholiker können ein Lied davon singen. Manche haben schon unzählige Versuche gestartet, sind aber leider nie ans Ziel gekommen. Die Rede ist vom Alkoholentzug. Eine schwierige Situation. Der Körper signalisiert einem einen eindeutigen Hilfeschrei, was der Mensch allerdings daraus macht ist eine andere Sache. Ein Alkoholentzug geht nicht in einer Woche über die Bühne. In manchen Fällen dauert es Jahre bis man wirklich trocken ist. Je nach dem, wie die Trinkgewohnheiten vor dem Alkohol Entzug waren. Das Therapieprogramm kann entweder stationär absolviert werden, oder bei einer anonymen Gruppe.

Leichter fällt einem der komplette Alkoholentzug allerdings in einer stationären Einrichtung. Denn hier kommt wirklich kein einziger Tropfen Alkohol hinein. Doch wie leicht man sich das Vertrauen erschleichen kann, das wissen die Alkoholiker nur zu gut. Haben sie ihre Sucht doch erfolgreich Jahrelang vor ihren Familien geheim gehalten und ihr Leben normal verlebt. Der Alkohol Entzug ist für viele Süchtige der einzige Weg zurück in ein geordnetes Leben viel zu viele Rückschläge mussten sie erleiden und sind mit den Nerven am Ende. Wie gut kann es dann tun, wenn man sich von der Droge Alkohol lossagt und einen ersten Schritt in Richtung Gesundheit und selbstbestimmtes Leben unternimmt.

Alkoholentzug als letzte Lösung, oder den Alkohol Entzug als erste Wahl ansehen

Viele Menschen wissen gar nicht, was ein Alkohol Entzug alles im Körper auslösen kann. Die Leber wird sich als erstes bedanken, dass kein Alkohol mehr ankommt. Denn die Leber ist nun mal das Filterorgan Nummer eins im Körper. Alles an Alkohol wird in ihr aufgespalten. Leider verträgt die Leber den Stoff nicht und vernarbt über die Jahre. Die Narben können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Leistung kann allerdings verbessert werden. Auch das Gehirn wird profitieren. Der Alkohol blockiert die Synapsen und verlangsamt das denken oder engt es ein. Endlich wieder klare Gedanken fassen können und sein eigener Herr sein. Das ist doch erstrebenswert, oder? Die Nerven im Körper werden sich nicht mehr so schnell abschalten. Man hat wieder die Möglichkeit bewusst Dinge zu fühlen, zu begreifen. Die Augen und die Sehleistung werden sich ebenfalls verbessern. Denn in jedem Alkohol ist auch Methyl. Dieser Stoff hat nun mal die negative Eigenschaft den Sehnerv anzugreifen. Die Korsakow-Demenz ist nun wirklich kein Spaß mehr. Keine Kontrolle mehr über den eigenen Körper, man lebt wie ein Kleinkind. Dann doch lieber trocken werden und sein und sich seines Lebens freuen.

Nikotin

Wie Alkohol gilt Nikotin in unserer Gesellschaft als Genussmittel. Es ist somit legal. Langzeitfolgen des Rauchens sind z. B. Schäden an den Atmungsorganen, Gefäßverengungen, Raucherbein, Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Lungen- und Kehlkopfkrebs. Rauchen schwächt außerdem das Immunsystem, was zu einer Vielzahl anderer Krankheiten führen kann.

Nikotin wird dem Körper mittels Inhalation zugeführt. Der Raucher spürt die Wirkungen des Nikotin rasch, die ebenso schnell wieder nachlassen. Auftretende Entzugssymptome des Suchtstoffes Nikotin lassen sich sofort durch die nächste Zigarette wieder beseitigen.
Nikotin - Wirkweise beim Rauchen
Durch Verglimmen des Tabaks wird Nikotin freigesetzt. Nikotin ist an winzige Teerteilchen im Rauch gebunden und gelangt durch Inhalation in die Lunge. Von dort wird Nikotin rasch in die Blutbahn aufgenommen und erreicht in wenigen Sekunden das Gehirn, wo verstärkt Neurotransmitter ausgeschüttet werden.

Wirkung von Nikotin

Wenn der Tabak glimmt, wird das Nikotin in den Tabakrauch freigesetzt. Gebunden an die winzigen Teerteilchen im Rauch gelangt es in die Lunge und von dort ins Blut. Bei Kau- und Schnupftabak erfolgt die Aufnahme über die Schleimhaut von Nase oder Mund. Da Nikotin die Eigenschaft besitzt, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, die viele andere Giftstoffe stoppen kann, erreichen die Nikotinmoleküle schon sieben Sekunden später das Gehirn, heften sich dort an die Nervenzellen und beeinflussen deren Aktivität. Das lässt sich mit modernen Verfahren sogar auf dem Bildschirm verfolgen.
Der Begriff „Nikotin-Rezeptor“ für die spezifische Bindungsstelle des Nikotins ist nicht ganz korrekt, denn die genannten Rezeptoren warten keineswegs darauf, dass ein Nikotin-Molekül andockt. Vielmehr handelt es sich um Rezeptoren, die normalerweise auf Acetylcholin reagieren. Nikotin ist diesem Neurotransmitter (Botenstoff) sehr ähnlich, sodass die Acetylcholin-Rezeptoren auch auf Nikotin reagieren. Dieser Rezeptortyp wird daher korrekt als Nikotinischer Acetylcholinrezeptor bezeichnet.
„Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen. Es hat nicht nur psychostimulierende Wirkungen wie Kokain oder Amphetamin, sondern stößt im Gehirn die gesamte Breite der Neuromodulatoren an und wirkt wie der Dirigent in einem Konzert auf viele Instrumente ein“. Nikotin greift an zwei verschiedenen Kompartimenten an, den präsynaptischen und postsynaptischen Acetylcholinrezeptoren („Nikotinrezeptoren“). Bei Bindung an die Rezeptoren kommt es zur Ausschüttung unterschiedlicher Neurotransmitter [chemische Stoffe, die dem Informationsaustausch zwischen den einzelnen Nervenzellen dienen] wie Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphinen. Diese beeinflussen verschiedene funktionale Strukturen des Gehirns, wobei es individuelle Variationen gibt. Die nikotinischen Acetylcholinrezeptoren haben einen sehr engen Bezug zum präfrontalen Cortex. Dadurch werden Hirnfunktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen durch Nikotin verbessert.
Außerdem bestehe eine enge räumliche Beziehung zum dopaminergen Belohnungssystem, einer entwicklungsgeschichtlich entscheidenden Struktur. Sie wirkt auf Funktionen wie Essen, Trinken und Sexualität, die notwendig sowohl für die Existenz des einzelnen Menschen als auch für das Überleben der Art sind. Beim Rauchen belohnt sich der Mensch also ebenso wie bei der Ausführung existentieller Handlungen.
Die besondere Wirkung des Nikotins auf das Gehirn besteht in einer Catecholamin-Freisetzung in den so genannten Belohnungsarealen der Großhirnrinde. Dies in Verbindung mit dem sensiblen oralen Reiz des Rauchens bewirkt die „positiven“ Gefühle des Rauchens. Zigaretten enthalten eine ganze Reihe von Substanzen, die sich in ihrer Abhängigkeitswirkung potenzieren. Ammoniak (dem Tabak bei der Verarbeitung künstlich zugesetzt) beispielsweise wirkt wie ein Beschleuniger für das Nikotin. Der im Tabakblatt enthaltene bzw. künstlich zugesetzte Zucker verbrennt beim Rauchen, wobei unter anderem das ebenfalls süchtigmachende Acetaldehyd entsteht. Dieser Stoff bewirkt eine Reduzierung des Enzyms MAO-B (Monoaminooxidase B), das im Gehirn Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin abbaut. Man hat festgestellt, dass Raucher bis zu 40 Prozent weniger MAO-B haben als Nichtraucher. Dementsprechend mehr Dopamin und Serotonin wirken auf das Gehirn ein, was wie beim Nikotin als angenehm empfunden wird und somit das Abhängigkeitspotential erhöht.
Auch diverse andere Drogen wirken als MAO-B-Hemmer, zum Beispiel die Tollkirsche. MAO-Hemmer werden in der Medizin als Antidepressiva eingesetzt. All diese Zusammenhänge sind aber immer noch Gegenstand der aktuellen Forschung. Mit weiteren Erkenntnissen wird auch in Zukunft zu rechnen sein.
Überdies wirkt Alkohol an denselben Rezeptoren wie Nikotin. Er blockiert diese, was im Falle von Alkoholkonsum dazu führt, dass mehr geraucht werden muss, um sich entspannt zu fühlen.


Abhängigkeitspotenzial

Laut einer Veröffentlichung der Weltgesundheitsorganisation sind Tabakprodukte die einzigen frei verfügbaren Konsumgüter, die bei einem Großteil ihrer Konsumenten eine Abhängigkeit, Krankheit oder Tod erzeugen.
Nikotin ist verantwortlich für die Abhängigkeit von Tabakerzeugnissen. Nikotin hat ein extrem hohes Abhängigkeitspotenzial und kann sehr schnell zu einem abhängigen Verhalten führen. Nach Meinung von Experten des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit BAG, sowie anderer, beispielsweise der US-Gesundheitsbehörde FDA, „ist das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin vergleichbar mit dem vom Heroin“.Es reichen wenige Zigaretten oder wenige Tage mit kleinem Zigarettenkonsum bis zum Eintritt der körperlichen Abhängigkeit.
Die körperliche Abhängigkeit äußert sich je nach dem Grad der Gewöhnung in Unruhe, Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen und Schweißausbrüchen. Die Symptome verschwinden jedoch in 5-30 Tagen. Weitere Entzugserscheinungen entstehen dadurch, dass die ständige Stimulierung des Belohnungssystems (Nucleus accumbens) durch das Nikotin ausbleibt. Sie können sich durch Gereiztheit, Ungeduld, Aggressivität, schlechte Laune bis hin zu Depression und Konzentrationsstörungen äußern. Dieser Zustand kann Monate andauern und ist einer der Hauptgründe dafür, dass Ex-Raucher wieder rückfällig werden.
Die psychische Abhängigkeit durch eingeprägte Verhaltensmuster, die sich im Laufe einer „Raucherkarriere“ entwickeln, kann nach dem körperlichen Entzug auch nach Jahren noch vorhanden sein.


Zusatzstoffe als Abhängigkeitsverstärker

Tabakzusatzstoffe
Zahlreiche Substanzen, die das Abhängigkeitspotenzial des Nikotins erhöhen, können dem Tabak beigemischt werden. Nahezu in jeder Zigarette ist Menthol enthalten, es ist auch dann noch wirksam, wenn der Gehalt unter der geschmacklich wahrnehmbaren Grenze liegt. Menthol macht den Rauch milder und erhöht die Atemfrequenz. Der milde Rauch kann tiefer inhaliert werden, die Nikotinaufnahme wird vereinfacht.
Alkalische Zusätze erhöhen die Aufnahme des Nikotins in der Lunge, so dass auch aus Lightzigaretten große Nikotinmengen in den Körper gelangen können.
Aus der Ärztewoche: Durch Zusatzstoffe wie Ammoniak, Harnstoff oder Soda kann der pH-Wert des Rauchs basischer gemacht werden, was das Nikotin aus seinen Salzen löst und die Bioverfügbarkeit dramatisch erhöht. „Freies Nikotin wird in der Mundhöhle und in den Atemwegen schneller resorbiert als das in Partikeln gebundene Nikotinsalz“, so Pötschke–Langer, „was zu dem erwünschten raschen Anfluten, dem Nikotinflash führt. Zwischen dem pH-Wert des Rauchs und dem Verkaufserfolg einer Zigarettenmarke bestehen eindeutige Zusammenhänge. Je schneller das Nikotin anflutet, desto besser verkauft sich das Produkt.“


Wie Abhängigkeit funktioniert

Alle Phasen der Abhängigkeit spielen sich primär im gleichen kleinen Hirnareal ab: im Nucleus accumbens, dem so genannten „Belohnungssystem“. Es verbindet lebenswichtige Vorgänge wie Essen, Trinken und Sex mit einem Lustgefühl. Dazu schütten die Nervenzellen Botenstoffe aus, vor allem Dopamin. Nikotin steigert die Ausschüttung des Dopamins.
Das „Belohnungszentrum“ verknüpft die Umstände des Konsums mit der spezifischen Wirkung der Droge. Nikotin löst also eine wohlige Gefühlskaskade im Belohnungszentrum des Gehirns aus. Eine Zigarette beglückt den Raucher ähnlich wie ein Kuss oder ein gutes Essen. Diese „Belohnung“ wird direkt mit der Tätigkeit des Rauchens assoziiert.
Der regelmäßige Raucher wiederholt ständig seine „Erfahrung“, dass Rauchen eine beglückende Tätigkeit sei. Dies prägt sich tief in sein Unterbewusstsein ein, es entsteht ein sogenanntes „Suchtgedächtnis“. Dieses Gedächtnis wird aktiv, wenn der Spiegel an wirksamen Substanzen im Belohnungszentrum nachlässt, oder wenn der Raucher einen anderen rauchen sieht. Dann erwacht wieder das Verlangen nach einer neuen Dosis Nikotin.
Ein weiterer Aspekt ist die Vermehrung der Anzahl von Nikotinrezeptoren bei chronischem Nikotinabusus. Bei Untersuchungen an Gehirnen gestorbener Raucher wurden doppelt so viele Rezeptoren gefunden wie bei Nichtrauchern. Eine Hypothese ist, dass dadurch bei Kettenrauchern besonders viel Dopamin ausgeschüttet wird, was eine intensivierte Reaktion auf das Nikotin zur Folge hat. Allerdings ist das Phänomen reversibel: bei Ex-Rauchern sinkt die Anzahl der Nikotinrezeptoren wieder in den Normbereich. Das Suchtgedächtnis scheint jedoch eine irreversible Komponente aufzuweisen, die die Entwöhnungsschwierigkeiten erklärt.
Mit zunehmender Gewöhnung nimmt die Zahl der Rezeptoren zu, dafür werden sie unempfindlicher. Das Gehirn braucht größere Dosen der Droge.
Neben dem Nikotineffekt scheinen Frauen stark auf einen möglicherweise geschlechtsspezifischen „Erleichterungskick“ zu reagieren. Ein im Dezember 1999 in „Nicotine & Tobacco Research“ veröffentlichter Fachartikel erläutert, dass Frauen psychisch nach jenem Gefühl süchtig werden, wenn die Nervosität beim Rauchen abklingt, die erst durch die Nikotinabhängigkeit, also durch den absinkenden Nikotinspiegel verursacht wird.


Nikotin als „Selbstmedikation“

Nikotin kann aufgrund seiner dosisabhängigen Wirkungsweise keinen therapeutischen Nutzen haben, weil es in geringen Dosen aktivierend und in größeren Dosen beruhigend wirkt. Daher hätte es beispielsweise für einen ADHS-Patienten nur dann einen Nutzen, wenn er sehr geringe Mengen Nikotin aufnimmt. Methylphenidat als Wirkstoff ist schließlich auch ein Sympathomimetikum, was Nikotin nur dann ist, wenn man es in geringen Dosen konsumiert.
Der Wissenschaft zufolge kann Nikotin aufgrund seiner Wirkung auf das zentrale Nervensystem, welche sich in einer Aktivierung des Sympathicus und des Parasympathicus (dosisabhängig) äußert, therapeutisch nicht verwendet werden.
Medizinisch wird Nikotin lediglich in der Raucherentwöhnungstherapie in Form von Pflastern, Inhalatoren, Tabletten oder Kaugummis verwendet. Das zugeführte „reine“ Nikotin soll dabei die Entzugssymptome bei Rauchverzicht mildern. Die Langzeit-Effektivität dieser Therapien ist umstritten, sie kann jedoch durch parallel laufende Maßnahmen wie Beratung oder Verhaltenstraining deutlich erhöht werden.
ImpfungNikotinmoleküle sind zu klein, um vom Immunsystem erkannt zu werden. Schweizer Wissenschaftlern ist es gelungen, das Nikotinmolekül an ein wesentlich größeres Proteinmolekül zu binden und es so für das Immunsystem sichtbar zu machen. Das Immunsystem einer so geimpften Person fängt die Nikotinmoleküle ab, bevor sie das Gehirn erreichen - die Glücksempfindung bleibt aus.


Entwöhnung

Wie kommt der Raucher von der Abhängigkeit los? [Bearbeiten]
Einige Methoden, etwa Allen Carrs „Easy way“, setzen auf Information zu den Mechanismen des Rauchens und somit auf eine Änderung der Sichtweise, die letztlich häufig zu einer Veränderung des Verhaltens führt. Es wird davon ausgegangen, dass der körperliche Entzug geringfügig ist, und erträgliche „Entzugserscheinungen“ wie etwa Nervosität auf gedanklichen bzw. psychischen Vorgängen basieren. Auf die Einsicht, Ursache des Rauchens sei nur die Befriedigung der Nikotinabhängigkeit, die eben durch das Rauchen selbst erzeugt wird, folgt eine „Gegengehirnwäsche“, um unbewusste Motive zu erkennen und zu beseitigen. So kann ein Raucher, der die Abhängigkeitsvorgänge mit all ihren Hintertürchen versteht, ohne Probleme mit dem Rauchen aufhören, weil die Illusion, die seiner Meinung nach dazu führt, dass Menschen dem Rauchen viele positive Aspekte zusprechen, wegfällt. Der Nichtraucher kann sich ganz der Freude auf das Nichtrauchen widmen, weil er die Kette aus Selbstbetrug durchbricht. Carr vertritt die Einstellung, dass depressive Verstimmungen und Unruhe sowie Nervosität nicht auftreten, wenn der werdende Nichtraucher sich bewusst macht, dass es nichts gibt, was er vermissen könnte, weil er die Abhängigkeitsmechanismen durchschaut und so nur positive Aspekte am Nichtrauchen sieht.
Viele Raucher haben sich angewöhnt, das Rauchen mit bestimmten Situationen zu verknüpfen: die Tasse Kaffee am Morgen, das Warten an der Bushaltestelle etc. Diese Gewohnheiten können umgestellt werden und durch gesundes Verhalten ersetzt werden, beispielsweise durch Sauna, Sport und Yoga.
Zu den von der Arzneimittelkommission ausdrücklich empfohlenen Therapien zählt daher die Verhaltenstherapie, deren Wirksamkeit gut belegt ist. Die Erfolgsaussichten sind zwei- bis dreimal höher als bei Versuchen ohne Hilfe. Die Verhaltenstherapie kann am Anfang sinnvoll mit sogenannten Nikotinersatzpräparaten (Nikotinpräparaten) kombiniert werden. Bei anderen Maßnahmen (z. B. Hypnose) gibt es laut Arzneimittelkommission keine eindeutigen Belege für die Wirksamkeit.


Die medizinische Sicht
Christoph Wyser, Lungenspezialist in Luzern, führt aus: „Wenn ein gewohnheitsmäßiger Raucher das Zigarettenrauchen stoppt, treten ab dem ersten Tag Entzugserscheinungen wie das Verlangen nach Zigaretten, eine melancholische Verstimmung, u. U. Angst oder Konzentrationsschwierigkeiten auf.“
Diese akuten Entzugssymptome werden häufig als "körperliche Abhängigkeit" umschrieben. Durch den konsequenten Verzicht auf Nikotin, ob in Form von Tabakerzeugnissen oder Nikotinpräparaten, klingen diese Symptome relativ rasch (nach max. 3 Wochen) ab.
Die psychische Abhängigkeit, welche durch langjährig eingeübte Verhaltensmuster entstanden ist (wie z. B. das Greifen nach der Zigarettenschachtel oder das Anzünden der Zigarette), kann in der Entwöhnungszeit durch sinnvolle Ersatztätigkeiten und die Herausbildung neuer Gewohnheiten (die gesundheitlich unbedenklich sind) gemildert und überwunden werden.
Aus medizinischer Sicht fehlt dem angehenden Nichtraucher in der Übergangszeit die Stimulation seines Belohnungszentrums. Hier setzt die medikamentöse Behandlung an, z.B. durch Vareniclin, Bupropion (enthalten in Zyban) oder Nikotinpräparate (als Kaugummi, Pflaster oder Nasenspray). Raucher, die aufhören wollen, können ihre Erfolgsaussichten evtl. auf das Dreifache steigern durch Einnahme eines Präparates mit dem Wirkstoff Vareniclin. Dieser Stoff soll das Verlangen nach Nikotin vermindern. [18] Zu der medikamentösen Behandlung gehört immer eine psychologische Betreuung, um die Chance auf einen Erfolg zu erhöhen.
Medikamente sind im Falle der Raucherentwöhnung keine Heilmittel. Ihr einziger Nutzen besteht darin, die körperlichen Veränderungen, die aufgrund des Fehlens von Nikotin entstehen, abzumildern.
Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist die verhaltensdynamische Komponente des Rauchens, welche durch das Umlernen, Reflektieren der eigenen Lebenssituation und das Setzen von Lebenszielen gut bearbeitet werden kann. Die Entzugssymptomatik, welche durch den Nikotinentzug entsteht, wird oftmals überschätzt, was sich an den vielen gescheiterten Versuchen mit Nikotinersatzpräparaten zeigt, welche selbst in klinischen Studien im Vergleich zu Placebos keine erheblich signifikante Wirkung aufwiesen.
Andere Methoden der Entwöhnung [Bearbeiten]
Generell lassen sich alle Möglichkeiten, von einer Nikotinabhängigkeit loszukommen, in zwei (drei) Gruppen einteilen. Die dritte, in Klammern genannte Methode ist dabei als Verbindung beider Möglichkeiten zu verstehen.
Bekämpfen der psychischen (gewohnheitsmäßigen) Abhängigkeit
Bekämpfen der physischen (körperlichen) Abhängigkeit
Der so genannte Kaltentzug (auch Schlusspunkt–Methode genannt) bekämpft beide Abhängigkeiten. Nach Studien soll der Kaltentzug eine niedrige Erfolgsquote haben, wird aber von den dauerhaft Abstinenten als besonders wertvoll bezeichnet.
In die Gruppe 1 fallen Entwöhnmethoden, die den Raucher mittels Ersatzpräparaten mit Nikotin versorgen. Dabei soll der Umgang ohne Zigarette eingeübt werden. Es ist eine kontrovers diskutierte Methode, die besonders bei Nikotinpflastern häufig thematisiert wird. Ein starker Raucher, der mit einer hohen Nikotindosis beginnt, wird – insgesamt betrachtet – für einen längeren Zeitraum mit Pflastern versorgt werden, als ein weniger starker Raucher, der nur mit einem niedrig dosierten Pflaster startet. Demgegenüber steht das Argument, dass ein starker Raucher auch eine längere „Raucher–Karriere“ vorweist.
Mittels der (wegen Nebenwirkungen und der vielen bekannten Todesfälle) umstrittenen „Raucherpille“ Zyban, die eigentlich ein Medikament gegen Depressionen ist, soll das Abhängigkeitszentrum und -gedächtnis beeinflusst werden. Der Raucher soll vor dem Entzug geschützt werden, damit er ein Handeln ohne Zigaretten erlernt. Nach dem Beenden der medikamentös unterstützten Therapie soll das antrainierte Nicht-Rauchen stark genug sein, um den einsetzenden Entzugserscheinungen standzuhalten.
Akupunktur– und Hypnosetherapien sind gleichsam bemüht, dem aufhörwilligen Raucher eine Zeit anzubieten, in der er die Wirkungen des psychischen und physischen Entzugs weniger deutlich (oder überhaupt nicht) spürt. Auch hier soll das Verhalten verändert werden.
Zur Gruppe 2 zählt die neuerdings häufig zur Diskussion stehende Methode von Christine Engelbrecht.
Der Raucher verzichtet dabei bewusst auf die abhängig machende Substanz Nikotin – erlebt den mehrere Tage anhaltenden (leicht auszuhaltenden) körperlichen Entzug also ganz bewusst.
Dabei „raucht“ der Entwöhnwillige nämlich weiter: Zigaretten, die mit Kräutern gefüllt sind und die demnach kein Nikotin beim Rauchen abgeben. Die entwöhnende Person soll dabei lernen, dass das Rauchen selbst keine süchtigmachende Handlung ist. Es soll ein Bewusstsein für Nikotin geschaffen werden, der „Raucher“ soll den Unterschied zu nikotinhaltigen Zigaretten bewusst erfahren.
Die Engelbrecht-Methode geht davon aus, dass die unter Nikotineinfluss entstandene Konditionierung durch nikotinfreie Rauchwaren umkehrbar ist: Rauchen entspannt nicht, es hat keine nützlichen Wirkungen. Mit jeder Kräuter-Zigarette soll die entwöhnende Person die Ursache der Abhängigkeit von der Zigarette auf den im Tabak enthaltenen Stoff Nikotin übertragen: Nicht das Rauchen, sondern Nikotin macht abhängig. Als „Erfolg“ dieser Methode soll die zuvor abhängig rauchende Person das Ritual, den Vorgang des Rauchens, nach einigen Monaten (mindestens einem) zu vergessen beginnen. Personen, die mit dieser Methode aufhörten, berichten, dass es keine Verlustangst gäbe: Sie trauern der Zigarette nicht nach.
Die französische Pharmafirma Arkopharma hat nikotinfreie Rauchwaren unter dem Namen „NTB-Kräuterretten“ auf den Markt gebracht, die zur Raucherentwöhnung verkauft werden. Studien, denen zufolge die Entwöhnung mit Kräuterzigaretten erfolgreich sei, sind nicht online auffindbar. Während NTB-Kräuterretten in den meisten Mitgliedsstaaten der EG verhältnismäßig billig verkauft werden, wird in Deutschland auf dieses Produkt Tabaksteuer erhoben, was diese „Zigaretten“ erheblich verteuert. Alternativ ist Kräutertabak der Firma Zentauri erhältlich, mit dem Kräuterzigaretten selbst gedreht werden können.
Eine weitere Methode, die sowohl die physische als auch psychische Abhängigkeit bekämpft, ist die Aversionstherapie. Hierbei werden unangenehme, eklige Gefühle mit dem Rauchen verbunden. Die Methode gilt als umstritten, weil sie mit den Ängsten der Teilnehmer umgeht.
Andere Aufhör-Methoden, die dem esoterischen Bereich entstammen, haben nur eine geringe Bedeutung und können an dieser Stelle vernachlässigt werden.


Zusammenfassung der Abgewöhn–Methoden
Es ist offensichtlich, dass Rauchen nicht allein eine „Angewohnheit“ ist, die einfach beendet werden kann. So, wie Patienten mit anderen Abhängigkeitserkrankungen geholfen wird, sollte auch mit entwöhnwilligen Rauchern verfahren werden. Mit dem Raucher ist eine Behandlung auszuarbeiten und die Methoden zu erläutern, die zur Verfügung stehen. Wie bei anderen Therapieformen für Abhängige ist auch hier die Methode zu wählen, von der der Patient selbst überzeugt ist.
Es darf angenommen werden, dass Aufhörer, die betreut werden (Gruppen, Ärzte), eine bessere Aussicht auf dauerhafte Abstinenz haben. Es spielt offensichtlich auch eine Rolle, wie stark der Aufhörer von der Methode des Aufhörens überzeugt ist (Berichte in Raucher–Foren äußern sich in dieser Richtung).
Es lässt sich keine allgemeingültige Empfehlung für bestimmte Entwöhnungs-Methoden geben, jede Methode hat Vor- und Nachteile und wirkt bei jedem Menschen anders.
Eine Studie mit 5.887 Rauchern zeigte Gesamtkosten von 2.000 US Dollar für jeden intensiv betreuten Raucher im Rahmen einer Entwöhungstherapie. Nach 5 Jahren war die Abstinenzrate in der Interventionsgruppe 21%. Nach etwa 10 weiteren Jahren wurden in dieser Gruppe 1,5 Todesfälle pro 1.000 Patientenjahre weniger gezählt als in der Kontrollgruppe. Das bedeute, dass mit der Behandlung von 45 Rauchern jeweils ein Leben gerettet werden konnte

 

 

Medikamente
Eine Vielzahl von Medikamenten, die einigen Menschen vielleicht sogar harmlos erscheinen, können süchtig machen. Am häufigsten treten Medikamentenabhängigkeiten bei Schmerz-, Schlaf-, Beruhigungs-, und Aufputschmitteln auf.
Alle genannten Medikamente erscheinen in Tabletten- oder Pillenform, Schlaf- und Beruhigungsmittel können außerdem gespritzt werden.
Schmerzmittel (Analgetika) werden vom Abhängigen in Dosen von teilweise 20-40 Tabletten täglich eingenommen. Auf Dauer muß die Menge gesteigert werden. Neben psychischen Schäden sind Nierenerkrankungen typische Langzeitschäden.
Bei der Einnahme von Schlafmitteln (Sedativa) kann es sowohl zu starker psychischer wie physischer Abhängigkeit kommen. Im Laufe der Sucht verändert der Abhängige seine Persönlichkeitsstruktur, wirkt desinteressiert und gleichgültig. Ohne fachmännische Begleitung und Beaufsichtigung kann ein Entzug lebensgefährlich sein.
Beruhigungsmittel bewirken bei regelmäßiger, überdosierter Einnahme wirkungsgegenteilige Symptome wie Schlaflosigkeit, Unruhe und Wahnvorstellungen. Für einen Entzug gilt die selbe Vorsicht wie bei Schlafmitteln.
Aufputschmittel (z. B. Amphetamine) haben ein starkes psychisches Suchtpotential. Sie wirken beim Konsumenten antriebssteigernd und euphorisierend. Entzugserscheinungen sind Depressionen bis hin zur Selbstmordgefahr.

Medikamentensucht

Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) gibt es zur Zeit ca. 1,5 Mio. Medikamentenabhängige in Deutschland. Wegen der hohen Dunkelziffer liegt die Zahl der Betroffenen wahrscheinlich wesentlich höher. Sie sind von 205.000 verschiedenen Medikamenten abhängig.
Nach Alkoholsucht sind Medikamente die zweithäufigste aller suchtverursachenden Stoffgruppen. In Deutschland sind etwa zwei Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Dabei hat der Medikamentenmissbrauch in den letzten 15 Jahren erheblich zugenommen.
Das Problembewusstsein in der Bevölkerung ist trotz der hohen Anzahl der Betroffenen nur gering. Grund ist der langsam verlaufende schleichende Prozess, der in die Abhängigkeit führt, sowie das Unwissen darüber, dass Medikamente, die vom Arzt verschrieben werden, süchtig machen können.
Die Gruppe der Benzodiazepine, das sind viel verschriebene Schlaf- und Beruhigungsmittel, steht an der Spitze der süchtig machenden Medikamente. Benzodiazepine enthalten psychoaktive Substanzen, die beruhigen, angstlösend und krampflösend wirken und ein hohes Suchtpotenzial aufweisen. An zweiter Stelle stehen Schmerzmittel (Analgetika).
Unabhängig vom Alter sind vor allem Frauen medikamentensüchtig. Sie stellen den größten Anteil der Abhängigen und sind durchschnittlich dreimal häufiger betroffen als Männer. Daneben sind auch alte Menschen häufig von Medikamentenabhängigkeit betroffen.
"Medikamente passen als Drogen zu Frauen vor allem deshalb, weil sie sauber, legal, unauffällig konsumierbar und vermeintlich kontrollierbar sind. Wer Pillen schluckt, hat keine Fahne, randaliert nicht und muss nicht kriminell werden, um sich den Stoff zu beschaffen. Außerdem spielen Medikamente von früh an eine Rolle im Leben der Frauen", sagt die Berner Gesundheitswissenschafterin Claudia Meier. "Bereits als Jugendliche schlucken sie Pillen zur Empfängnisverhütung und gegen Menstruationsbeschwerden. Während der Schwangerschaft nehmen sie Aufbaupräparate und in der Menopause Hormone zu sich. «Viele Frauen betrachten den Konsum von Medikamenten als normalen Bestandteil ihres Lebens", sagt Claudia Meier, "und ein Teil der Ärzte sieht das ebenso." (Aus: Barbara Lukesch: Mother´s little Helper – Sucht auf Rezept).
Fördernd für eine spätere Suchtentwicklung ist auch die gängige Praxis schon Kindern Medikamente zu verabreichen, wenn sie in der Schule nicht klar kommen oder verhaltensauffällig sind. Fast ein Drittel der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren greift, mehr oder weniger häufig zu Pillen: 21 Prozent zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln und 60 Prozent zu Aufputschpräparaten. Kinder lernen dadurch Medikamente "als Hilfsmittel für den Alltag" kennen. Was sie dagegen nicht lernen ist, wie Probleme auf andere (drogenfreie) Weise gelöst werden können.
Medikamentensucht tritt auch bei Angehörigen medizinischer Berufe relativ häufig auf. Gefährdend wirkt hier der leichte Zugang zur Droge.

Gefährliche Folgen einer Medikamentensucht sind u.A. die Nebenwirkungen der eingenommenen Substanzen, wie z.B. Schädigungen von Leber, Nieren, Herz sowie von Gehirn und Nerven, Atemdepressionen, Krampfanfälle und anderes mehr.

Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle (DHS) gegen die Suchtgefahren gibt es zur Zeit ca. 1,5 Mio. Medikamentenabhängige in Deutschland. Wegen der hohen Dunkelziffer liegt die Zahl der Betroffenen wahrscheinlich wesentlich höher. Sie sind von 205.000 verschiedenen Medikamenten abhängig.

Alkohol ist die Nummer 1 aller suchtverursachenden Stoffe (1,7 Millionen Süchtige in Deutschland), Medikamente liegen auf Platz 2 (1,5 Millionen Süchtige), und in weitem Abstand folgen die harten Drogen (250 – 300000 Süchtige). Setzen wir diese Zahlen in Beziehung zur Einwohnerzahl, dann kann man sagen, dass in Deutschland etwa zwei Prozent der Bevölkerung medikamentenabhängig sind.

Der Medikamentenmissbrauch hat in den letzten 15 Jahren erheblich zugenommen.

Schlucker-Karrieren beginnen im Kindesalter. Wer in der Schule nicht mit- und mit dem Leben nicht klarkommt, braucht Helfer. Ein Fluchtweg heißt Tablettenschlucken. Fast ein Drittel der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren greife, mehr oder weniger häufig zu Pillen: 21 Prozent zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln und 60 Prozent zu Aufputschpräparaten. Schüler lernen Medikamente "als Dopingmittel für den Alltag" kennen, eine Einstellung, die Wegbereiter für Sucht sein kann

Unabhängig vom Alter sind vor allem Frauen medikamentensüchtig. Sie stellen den größten Anteil der Abhängigen und sind durchschnittlich dreimal häufiger betroffen als Männer.

Am stärksten sind alte Menschen von der Medikamentenabhängigkeit betroffen.

Verschiedene Studien haben ergeben, dass die Benzodiazepin-Abhängigkeit an der Spitze der Medikamentensucht stehen.

Medikamentensucht ist bei Angehörigen medizinischer Berufe relativ häufig. Begünstigend wirkt der leichte Zugang zur Droge.

Anzeichen für Medikamentensucht erkennen
Krefeld (dpa/tmn) - Hortet ein Mensch größere Mengen eines Medikaments, ist er möglicherweise davon abhängig. Wirkt er zudem angespannt, wenn er das Mittel nicht zur gewohnten Zeit am gewohnten Ort einnehmen kann, liegt laut einem Experten ein weiteres Anzeichen für eine Sucht vor.

In Deutschland sind 1,5 bis 2 Millionen Menschen tablettensüchtig - vor allem Frauen sind betroffen. (Bild: dpa)

Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte in Krefeld, rät Angehörigen, den Betroffenen behutsam, aber direkt auf den Arzneimittelmissbrauch anzusprechen und Bedenken mitzuteilen.

Es sei wichtig, dem Betroffenen das Gefühl zu geben, dass jemand hinter ihm steht. Vielen Medikamentensüchtige helfe es, wenn jemand Anteil an ihren Problemen nehme. «Gleichzeitig muss ihm aber die Gefahr der Situation bewusst gemacht werden», sagt der Psychiater. Nur wenn der Patient seine Sucht voll anerkennt, könne er seine Abhängigkeit durchbrechen und sich den Problemen stellen, die sich dahinter verbergen. Das können zum Beispiel starke Belastungen im Job oder in der Beziehung sein. Rund 1,5 bis 2 Millionen Menschen in Deutschland, vor allem Frauen, gelten als medikamentenabhängig.

Bei dieser Abhängigkeit ist es erst einmal wichtig abzugrenzen, was dazu gerechnet werden kann und was nicht. Menschen, die täglich ein Medikament einnehmen, weil sie Herzrhythmusstörungen haben oder an Zuckerkrankheit leiden, sind nicht süchtig nach diesen Arzneimitteln. Wenn sie diese Medizin nicht einnähmen, würden sie schnell sterben. Die Entscheidung ist hier ganz einfach und nicht beladen mit Gefühlen von Schuld oder Schwäche. Bei dieser Art von Medikamentengebrauch kann man nicht von einem Teufelskreis der Abhängigkeit sprechen. Das Einnehmen des Mittels ist nicht die Ursache des Leidens, gegen das das Medikament eingenommen wird. Es besteht eine körperliche Ursache, an der nichts zu ändern ist, und die Medikamente sind dazu da, das Leben zu retten oder die Schmerzen zu lindern.

Wird ein Medikament jedoch wegen einer psychischen Krankheit eingenommen, ist die Abgrenzung weniger deutlich. Hier hängt es stark davon ab, welche Erkrankung vorliegt, ob man von einer Abhängigkeit sprechen kann. Psychische Leiden mit einem neurologischen Hintergrund wie Psychosen, Schizophrenie und schwere Formen der Depression können allein mit Medikamenten, eventuell in Kombination mit einer Therapie, behandelt werden. Doch bei neurotischen Störungen wie Stress, Traurigkeit, Burnout (Nervenzusammenbruch), Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Nervosität, Panikanfällen, Phobien und Ängsten führt Medikamentengebrauch fast immer zu einer Art Abhängigkeit. Oft bekämpfen die Arzneimittel zwar die Symptome, bieten aber keine Lösung für die Ursache der Symptome, die immer mit dem negativen Glauben zu tun haben. In Wahrheit verstärken sie die Ursache des Problems, wodurch die Abhängigkeit vom Medikament zunimmt.

Der Unterschied zu anderen Abhängigkeiten besteht darin, dass bei Medikamenten die Belohnung nicht in einem deutlichen Rausch von Genuss oder Erregung besteht, sondern vor allem im Unterdrücken von psychischen Beschwerden. Manche Medikamente haben eventuell unbeabsichtigte Nebenwirkungen. Genau wie ein Heroinsüchtiger oder ein Raucher hat auch ein Medikamentenabhängiger große Furcht davor, seines Mittels beraubt zu werden. Ein Leben ohne das Mittel erscheint vollkommen leer. Und gleichzeitig lauert die Furcht, dass Langzeit-Nebenwirkungen durch die Einnahme der Medizin eintreten können. Deshalb hat der Betroffene immer wieder das Mittel nötig, um sich trotzdem noch ein bisschen gut mit sich selbst fühlen zu können. Die Betroffenen glauben ernsthaft, ein Leben ohne Mittel sei viel einsamer und schmerzhafter, während sein Schmerz und seine Einsamkeit inzwischen beinahe vollständig durch das Mittel verursacht und aufrechterhalten wird. Letztlich natürlich ebenso durch den negativen Glauben, der hinter allem steht. Und auch der ist nichts weiter als eine erlernte Illusion! Wäre es nicht komisch, wenn es nicht so tragisch wäre?

Doch auch hier besteht die Möglichkeit durch eine Trance in das Unterbewusstsein vorzudringen, um ihm behutsam und mit positiven Suggestionen die Informationen zukommen zu lassen, die den Betroffenen aus der Abhängigkeit unterstützen kann.

Die Zahlen sind erschreckend: 1,5 Millionen Deutsche sind arzneimittelabhängig. Der Größte Teil davon fällt auf Schlafmittel und Beruhigungsmittel zurück. Auch global betrachtet lässt sich schnell erkennen, dass Medikamente in den Industrieländern weltweit nach dem Alkohol die meist Verbreittesten Suchtmittel sind.

Das hohe Suchtpotential entsteht insbesondere bei Schmerzmitteln, Schlafmitteln und Abführmitteln. Voraussetzung für das Entstehen der Sucht ist natürlich eine unangemessene Anwendung der Medikamente.

Die psychische Abhängigkeit kommt vor allem dadurch zustande, dass durch die Medikamentenzunahme Glücksgefühle entstehen, Angst sowie Schmerzen gelindert werden und Probleme sowie Sorgen für einen gewissen Zeitraum vergessen werden.

Besonders Problematisch ist auch die Tatsache, dass in vielen Fällen die körperliche Abhängigkeit zu einer Gewöhnung an das Medikament führt, was wiederum eine Steigerung der Dosis zur Folge hat.

Sobald das Präparat abgesetzt wird, kann es zu schweren Entzugserscheinungen kommen. Die durch die Medikamentenabhängigkeit entstehenden Folgen reichen von einer gestörten Wahrnehmung zu Persönlichkeitsveränderungen bis hin zu einer Unterernährung.

Was tun bei Medikamentensucht?

Der Anfang sieht oft völlig harmlos aus: Erst hier und da eine Schmerztablette. Dann kommt öfter mal eine Schlaftablette dazu und morgens eine zum Aufwachen. Irgendwann wird das zur Gewohnheit. Nicht über Nacht, aber kaum merklich und schleichend ist eine Medikamentenabhängigkeit daraus geworden.

Aus dem Teufelskreis allein wieder auszusteigen, erweist sich wegen der Entzugserscheinung als aussichtloses Unterfangen. Viele Medikamentensüchtige stehen dem hilflos gegenüber, selbst wenn sie ihr Problem benennen können. Wie jetzt Wissenschaftler der Stanford-Universität in Kalifornien zeigen können, gibt es aber die Möglichkeit, Entzugsfolgen einzugrenzen und einer Therapie damit besseren Erfolg zu verschaffen.

Ein Wirkstoff aus der Krebstherapie, der dort zur Linderung der Nebenwirkungen eingesetzt wird, scheint sich auch positiv bei Medikamentenabhängigen auszuwirken. Der Stoff Ondansetron blockiert bestimmte Rezeptoren, die Entzugserscheinungen bewirken. Versuche an Labormäusen ließen bei den Tieren Übelkeit, Schlafstörungen sowie Unruhe und Schmerzempfindlichkeit deutlich eindämmen. Da das Medikament bereits zugelassen ist, konnten die Forscher im Versuch feststellen, dass dieser Effekt auch bei Menschen eintritt.

Dennoch bleibt Ondansetron nur ein Hilfsmittel in der Entzugstherapie. Soll sie dauerhaften Erfolg haben, müssen Verhaltensänderungen und bessere Kontrolle über die eigene Situation dazukommen.

Lassen Sie sich auf jeden Fall von Ihren Arzt beraten .


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